Ein Verein im Wandel der Zeit

Vom Gartenbau- und Ortsverschönerungsverein zum Leistungsträger für Kommern

 

Wie sich die Zeiten gleichen.

Heute schauen wir voll Spannung und Hoffnung auf die Landesgartenschau 2014 in Zülpich. Am 19. Januar 1902 schaute der Kommerner Bürgermeister Ernst Becker auf den im Jahr 1900 gegründeten „Obst- und Gartenbauverein für Zülpich und Umgebung“. Denn genau an diesem Tage lud er zur Optimierung des Obst- und Gemüseanbaus in Kommern zu einer Werbeveranstaltung mit diesem Zülpicher Verein. Am Ende dieser wohl interessanten Veranstaltung meldeten sich 43 Besucher, und gründeten die Ortsgruppe Kommern im „Obst- und Gartenbauverein Zülpich und Umgebung“. 

Es folgten neun gemeinsame und erfolgreiche Jahre, bis am 6. August 1911 die Ortsgruppe Kommern den selbständigen Obst- und Gartenbauverein Kommern bildete. Der neue Verein machte durch viele Ausstellungen, Seminare und Einkaufsmöglichkeiten auf sich aufmerksam. So wurde ihm bereits am 20. April 1913 die Frühjahrsversammlung des Verbandes der Obst- und Gartenbauvereine des Kreises Euskirchen übertragen. 

Die schweren Zeiten des Ersten Weltkriegs (1914 – 1918) sowie der Inflation und Wirtschaftskrise mit ihren vielen Arbeitslosen überstand der Verein nahezu unbeschadet. Im Jahr 1921 erweiterte sich der Verein um eine Bienenzuchtgruppe. Im Verlauf der folgenden Jahre widmeten sich die Mitglieder neben dem Obst- und Gemüseanbau auch der Ortsverschönerung. Neben Obstbäumen wurden auch zahlreiche Straßenbäume gepflanzt. 

Nach der Chronik zum 100jährigen Bestehen aus dem Jahr 2002 soll der Verein bis zum Jahr 1939 circa 25.000 Bäume und Sträucher gepflanzt haben. Der Ankauf dieser Bäume und Sträucher wurde vom Kreis Euskirchen und der Landesbauernschaft finanziell unterstützt. Kommern stand mit seinen Neuanpflanzungen an der Spitze aller Orte im Kreisgebiet Euskirchen. Viele dieser Anpflanzungen sind heute den Neubaugebieten zum Opfer gefallen.

Auch die Wirren des Zweiten Weltkriegs hat der Verein gut gemeistert. War ihm doch in den 40ger Jahren die Verteilung des Kunstdüngers übertragen. Somit war nicht verwunderlich, dass der Verein in dieser Zeit bis zu 400 Mitglieder zählte. Als sich ab 1948 die Versorgungslage in Deutschland insgesamt besserte, ging die hohe Mitgliederzahl rapide zurück. 

Bereits am 25. Mai 1952 konnte der Verein zwar in einfacher, aber nicht weniger feierlicher  Form sein 50jähriges Bestehen feiern. Bereits 20 Mitglieder erhielten die silberne und sechs Mitglieder die goldene Ehrennadel.

In den folgenden Jahren verzeichnete der Verein eine stete Aufwärtsentwicklung. Stand in den 50ger und 60ger Jahren mit dem verbilligten Einkauf des Saatgutes die Selbstversorgung aus dem eigenen Garten noch im Vordergrund, so trat ab den 70ger Jahren der Ziergarten mehr in das Blickfeld der Hobbygärtner.


Landesgartenschau 1972

 

„Wenn die heute eröffnete Landesgartenschau in Kommern insgesamt eine Gemeinschaftsleistung von Gartenbauvereinen, Behörden, Ingenieuren, Architekten, Gärtnern und Arbeitern ist, so ist sie doch das Verdienst zweier Männer; nämlich von Kreisgartenbau-Oberamtmann Josef Müller und dem früheren Gemeindedirektor Norbert Leduc“, so die Kölnische Rundschau vom 16. 09. 1972. Josef Müller entwarf den Plan  zur Gestaltung der Parkanlage im Mühlenpark und Norbert Leduc, auf Grund der Kommunalen Neugliederung bereits pensioniert, schlug als Verwalter der Landesgartenschau wieder seine Zelte im „Alten Rathaus“ in Kommern auf.

Bei der Eröffnungsrede dieser Landesgartenschau zollte Dr. Goldbogen, Vorsitzender der Rheinischen Gartenbauvereine, den Gartenbau- und Verschönerungsvereinen im Kreisverband Euskirchen für ihre Leistung „mit grünem Gewissen“ großes Lob. 

In den folgenden Jahren setzte der Kommerner Verein in seiner Arbeit neue Akzente: Förderung der Gartenkultur und Verschönerung des Ortsbildes. Dies war auch der Grund, im Jahr 1976 den Namen „ Obst- und Gartenbauverein“ in „Gartenbau- und Verschönerungsverein“ zu ändern.

Am 28. August 1977 feierte der Verein sein 75jähriges Bestehen. Oberkreisdirektor Dr. Karl-Heinz Decker sagte in seiner Festrede, dass der Gartenbau- und Verschönerungsverein Kommern der erste Verein im Kreisgebiet gewesen sei, der sich um ein schönes Ortsbild bemüht habe. Wer heute durch Kommern gehe, spüre dies überall.

Während den Feierlichkeiten zum 85jährigen Vereinsjubiläum, am 2. Oktober 1987, wurden sieben Mitglieder mit der silbernen und drei Mitglieder mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet.

Im Jahre 1995 renovierte der Gartenbau- und Verschönerungsverein das unansehnlich gewordenen Ehrenmal am Kirchberg. Auch die Anlage am sogenannten Steffenskreuz, an der Gabelung des Wingert mit dem Severinusweg, erhielt ein völlig anderes Aussehen. Auch die Pflege der ältesten Grabstelle auf dem Friedhof in Kommern hat sich der Verein seit 1996 zur Aufgabe gestellt. Im Jahr 2000 hat der Verein in der Straße „Im Hofpesch“ eine sehenswerte Grünanlage mit drei Ruhebänken eingeweiht. Der verwahrloste Kinderspielplatz in der Pützgasse wurde gemeinsam mit dem Bauhof der Stadt Mechernich wieder hergerichtet. 

Einen absoluten Höhepunkt erlebte der Verein am 1. September 2002 mit der Feier zu seinem 100 jährigen Bestehen. Schirmherr, Landrat Günter Rosenke und Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick würdigten in ihren Reden die vorbildliche Leistung des Vereins. Dr. Schick hoffte, nicht ohne Hintergedanken, auch in den kommenden Jahren auf die Mithilfe des Gartenbau- und Verschönerungsverein Kommern. Mit der goldenen Ehrennadel für 25jährige Vereinszugehörigkeit wurden 26 und mit der silbernen Ehrennadel für 15jährige Zugehörigkeit 22 Mitglieder geehrt.


Wandel der Aufgabenstellung

 

Dr. Schicks Vorahnung sollte ihn nicht täuschen. Durch den plötzlichen Tod des 1. Vorsitzenden Karl-Heinz Esser rückte Engelbert Felser an die Vereinsspitze und Johannes Ley wurde als 2. Vorsitzender in den Vorstand kooptiert. Ley regte an, dass der Vorstand mit der Stadt Mechernich einen Pflegevertrag für sämtliche Grünflächen, Kinderspielplätze, Pflanzbeete, Hecken an der Bürgerhalle, Ehrenmal, Severinuskapelle, Steffenskreuz, älteste Grabstelle auf dem Friedhof und 83 Ruhebänke schließe. Dies erfolgte am 6. August 2003. Johannes Ley stellte den PKW, kaufte zunächst auf eigene Rechnung einen Rasenmäher, ein Freischneidegerät und ein Stromaggregat und Wilfried Klapper lieh den Anhänger. Seit diesem Tag pflegt eine Kernmannschaft mit den heutigen Mitgliedern  Wilfried Klapper, Franz-Josef Hein, Heinrich Büsch, Richard Ströder, Josef Schäfer, Peter Hein, Bernd Schleusner und Johannes Ley die gesamten Grünanlagen in Kommern. Hinzu kommt der jährliche Unterhaltungsaufwand von 86 Ruhebänken in Kommern, Kommern-Süd, Katzvey und Gehn. Heute ist der Verein maschinell gut ausgerüstet. Er erhält für den Sachaufwand von der Stadt Mechernich eine kleine Pauschale. Seit dem Jahr 2006 hat der Verein auch einen eigenen PKW.

Ab dem Jahr 2012 hat der Verein auch die Pflege des „Dr.-Josef-Tils-Platz“ übernommen. 

Dr. Josef Tils war in Kommern ein sehr beliebter Arzt. Sein Sohn Dr. Herbert Tils hat für diesen Platz 2 Baugrundstücke zur Verfügung gestellt.

Für den Aufbau des Freizeitgartens innerhalb der Landesgartenschau Zülpich (LAGA) hat der Gartenbau- und Verschönerungsverein Kommern, als größter Gartenbauverein im Kreisgebiet, sehr viele Arbeitsstunden eingebracht. Dabei war es selbstverständlich, dass auch innerhalb der Öffnungszeit der LAGA zwei Betreuungswochen übernommen wurden und Johannes Ley als Koordinator zwischen den wöchentlich wechselnden Betreuungen des Freizeitgartens und den beiden Landesverbänden der „Gartenfreunde Rheinland“ und der „Gartenbauvereine NRW“ fungierte. Wir haben somit zum Erfolg der LAGA Zülpich maßgeblich beigetragen. 

In Zusammenarbeit mit der Grundschule Kommern werden jährlich 432 Geranien für die zwölf Kommerner Brücken in 108 Blumenkästen gepflanzt und im Herbst die Erntekrone gebunden. Seit Jahrzehnten bietet der Gartenbau- und Verschönerungsverein Kommern seinen Mitgliedern und Freunden einen Jahresausflug an. Mit über 60 Anmeldungen ist der Bus stets ausgebucht. Die Betreuung der 161 Mitglieder durch den Vorstand war und ist stets vorbildlich.

Die wöchentliche Arbeitsleistung für Kommern, hat dem Verein ein hohes Ansehen innerhalb der Bevölkerung eingebracht. Hinzu kommt die Hilfsbereitschaft, andere Vereine mit Rat und Tat zu unterstützen. Den schönsten Dank erlebt der Verein stets durch ein großes Publikum bei seinen eigenen jährlichen Festen (Grillfest und Erntedankfest). Leistung macht sich eben bezahlt.

 

Internetseite
Auf Drängen von Johannes Ley unterhält der Verein seit Januar 2014 mit der Werbeagentur
„HenkMedienDesign„ www.werbefrau.de Inh. Edith Henk Gielsgasse 6 53894 Mechernich-Kommern. Telefon 02443 317382, einen modernen und informativen Internetauftritt. Johannes Ley liefert ausschließlich die schriftlichen und bildlichen Beiträge und Frau Henk gestaltet die sehr attraktive Darstellung im Internet.