Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick lobt die originelle Konstruktion auf dem Kommerner Friedhof – Patentierung der Idee ist leider zu teuer 

Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick persönlich von einer fantasievollen Aktion des Gartenbau- und Verschönerungsvereins Kommern. Dort hatten die tatdurstigen Mannen um Johannes Ley im Bereich der in den Rasen eingelassenen und nur mit einer Steinplatte versehenen Urnengräber fünf Baumschutzgitter aufgestellt. Diese bestückte Vereinsmitglied Werner Hein mit Halterungen, die der gelernte Schmied selbst herstellte und die nun von den Angehörigen der Verstorbenen genutzt werden, um Grabbeigaben wie Laternen oder Blumenschmuck aufzuhängen. Werner Hein befestigte die Halterungen so, dass jede einzelne einem Grab zugeordnet werden kann. Verwechslungen bleiben so aus.

Nun können die Arbeiter des städtischen Bauhofes dort ungehindert den Rasen mähen. Gleichzeitig verhindert die einfallsreiche Konstruktion, dass der Grabschmuck bei Sturm über die Wiese rollt. Beide Probleme hatten Dieter Cuber, bei der Stadtverwaltung Mechernich zuständig für die Friedhöfe, veranlasst, sich rat- und hilfesuchend an den Gartenbau- und Dorfverschönerungsverein zu wenden. Der war zwar sofort bereit, für Abhilfe zu sorgen, doch zunächst ebenfalls ratlos. Der glorreiche Einfall schließlich stammt von Leys Ehefrau Marlies.  

„Die Idee ist klasse“, lobte dann auch Bürgermeister Schick beim Anblick der praktischen und auch optisch ansprechenden Lösung, an der seit Februar neben Ley und Hein auch die Vereinsmitglieder Josef Schäfer, Peter Hein, Franz-Josef Hein, Wilfried Klapper und Heinrich Büsch  gearbeitet haben. Insgesamt 140 Halterungen fertigte Werner Hein an, jetzt wurde das letzte von insgesamt fünf derart aufbereiteten Baumschutzgittern aufgestellt. Die vorhandenen Konstruktionen wurden von den Angehörigen prompt nach ihrer Montage dankbar angenommen.

Wie Johannes Ley berichtete, interessieren sich auch andere Kommunen für die Kommerner Erfindung, mehrfach sei auch beobachtet worden, dass sie fotografiert wurde. „Wir sind selbst überrascht, welche Kreise das zieht und haben kurz überlegt, ein Patent anzumelden“, so Ley. Aus Kostengründen sei der Gedanke aber wieder verworfen worden.

Für Bürgermeister Schick stellt die Aktion auch ohne Patent ein Paradebeispiel bürgerschaftlichen Engagements dar, „wie es in Zukunft immer wichtiger“ werde. „Als Bürgermeister kann man da gar nicht genug danken“, lobte er den Einsatz des Vereins.

pp/Agentur ProfiPress

 

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